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AProof® Gesundes Herz - Genanalyse auf Veranlagung für koronare Herzkrankheiten (KHK) Zum neuen Produkt

Welche Rolle spielt die Körpergröße für bestimmte Krankheiten?

Die Bandbreite an Risikofaktoren für verschiedene Erkrankungen ist groß - ein Faktor ist die Körpergröße. Das zeigte nun eine US-Studie, die im PLOS Genetics veröffentlicht wurde.


Die Körpergröße wird einerseits von den Genen bestimmt, andererseits spielen auch sozioökonomische Faktoren eine Rolle. 1886 lag die durchschnittliche Größe bei Männern in Deutschland bei 1,67 m. 2017 betrug die Durchschnittsgröße bereits 1,80 m. Frauen wurden im Durchschnitt 1886 1,56 m groß, 2017 waren es schon 1,66 m.



Große und kleine Menschen haben unterschiedliche Risiken


Körperlich große und kleine Menschen haben unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten von bestimmten Krankheiten betroffen zu sein. Dabei ist keine der Körpergrößen “weniger” oder “mehr” gefährdet. Eine 2019 veröffentlichte Studie zeigte für Menschen mit geringerer Körpergröße ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 (Wittenbecher, C., et al., 2019). Größere Menschen weisen hingegen ein erhöhtes Thromboserisiko auf (Zöller, B.,  et al., 2017). Auch Krebserkrankungen kommen Metaanalysen zufolge bei großen Menschen häufiger vor. Es bleibt jedoch unklar, ob die Körpergröße selbst das Risiko erhöht oder ob mit der Körpergröße zusammenhängende Faktoren dafür verantwortlich sind. 



Studie analysiert Daten zu Genetik, tatsächlicher Größe und Krankheitsrisiken 


Ein Forschungsteam von der University of Colorado führte eine Untersuchung durch, die auf die Zusammenhänge zwischen tatsächlicher Körpergröße, genetisch vorhergesagter Körpergröße und dem Risiko für verschiedene Krankheiten zielt. Dafür wurden Daten von 250.000 Erwachsenen zu mehr als 1000 Krankheiten analysiert. 


Die Untersuchung bestätigt den Zusammenhang zwischen einem höherem Risiko für Krampfadern und Vorhofflimmern für große Menschen bei gleichzeitig geringerem Risiko für Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und koronare Herzkrankheiten (Raghavan, S., Huang, J., et al., 2022). 


Sridharan Raghavan, Mediziner an der University of Colorado, geht davon aus, dass die Körpergröße eines Menschen Einfluss auf über hundert klinische Merkmale haben könnte. Genaueres müsse aber in weiteren Studien bestätigt werden.



Auch Sozioökonomische Faktoren sind wichtig 


Der Professor für klinisch-experimentelle Diabetologie am Universitätsklinikum Tübingen, Norbert Stefan, forscht zum Zusammenhang zwischen Genetik und Körpergröße: Gene, die die Körpergröße beeinflussen, stehen auch im Zusammenhang mit anderen körperlichen Vorgängen, die wiederum mit bestimmten Krankheitsrisiken verbunden sind. Stefan plädiert allerdings dafür, die Genetik nicht überzubewerten. Stattdessen sollten sozioökonomische Faktoren nicht außer Acht gelassen werden. Studien zufolge genießen große Menschen laut Stefan häufiger einen höheren sozialen Status und sind damit weniger von Volkskrankheiten betroffen.



Noch wichtiger: Umweltfaktoren


Noch größeren Einfluss haben Professor Stefan zufolge Umweltfaktoren: In China beispielsweise nehme die durchschnittliche Körpergröße der Bevölkerung stetig zu, was u.a. am steigenden Konsum von Milch- und Molkeprodukten liege. Diese aktivierten schon im Mutterleib die Gene IGF-1 und IGF-2, welche das Körperwachstum beeinflussen und lebenslang aktiv bleiben. IGF-1 ist für das Zellwachstum verantwortlich, weshalb große Menschen häufiger von bestimmten Krebserkrankungen betroffen seien.

IGF-1 sei aber keinesfalls nur negativ zu betrachten, da es für eine bessere Fettverbrennung in den Organen sorge. Das verringere für große Menschen das Risiko für eine Fettleber. Aufgrund ihrer Körpergröße haben große Menschen außerdem eine höhere Fettverbrennung, deshalb sei ihr Risiko für Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt geringer.



Insbesondere kleine Menschen sollten ihr Gewicht regulieren


Kleine Menschen haben Professor Stefan zufolge ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt. Dabei spiele die Körperfettmasse keine Rolle. Bei Gewichtszunahme erhöhe sich das Risiko für kleine Menschen dann deutlich im Vergleich zum Risiko für große Menschen. Das heißt: Kleine Menschen sollten darauf achten, beweglich zu bleiben. Im klinischen Alltag müsse dem Blick auf die Körpergröße eine größere Bedeutung zukommen - insbesondere aufgrund der zunehmenden Körpergröße, so Stefan. 


Quellen:


https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/vorsorge/koerpergroesse-erhoeht-risiko-fuer-bestimmte-krankheiten-873937.html


https://link.springer.com/article/10.1007/s00125-019-04978-8


https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCGENETICS.116.001651


https://journals.plos.org/plosgenetics/article?id=10.1371/journal.pgen.1010193


Bildnachweis:


Adobe Stock: Andrei Korzhyts (#281767241)


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